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August 15, 2026

Kryptofirma mit Trump-Verbindung erhält bedingte Banklizenz, Kritiker sehen historischen Interessenkonflikt

World Liberty Trust hat eine vorläufige Genehmigung für eine nationale Trust-Banklizenz erhalten und könnte damit das Stablecoin-Geschäft des mit der Trump-Familie verbundenen Krypto-Ventures ins eigene Haus holen. Befürworter betonen, dass die Genehmigung vorläufig ist; Kritiker sehen ein beispielloses Ethikrisiko.

Ein mit der Trump-Familie verbundenes Kryptowährungsunternehmen hat eine wichtige regulatorische Hürde genommen, aber die Genehmigung ist an Bedingungen geknüpft – und sie hat sofort erneut Fragen darüber ausgelöst, ob der Präsident von einem Finanzinstitut profitieren und es beeinflussen kann, das mit seiner Familie verbunden ist.

Das Office of the Comptroller of the Currency hat den Antrag von World Liberty Trust Co. auf eine nationale Trust-Banklizenz genehmigt, vorbehaltlich von Voraussetzungen vor der Eröffnung, darunter zusätzliches Kapital. Die konservative Darstellung betont genau diese Unterscheidung: Die Lizenz ist nur „vorläufig genehmigt“, und die endgültige Zulassung erfolgt erst, wenn das Unternehmen die Auflagen der OCC erfüllt.

Das geschäftliche Potenzial ist erheblich. Eine Lizenz könnte es World Liberty Financial ermöglichen, Stablecoin-Dienstleistungen ins eigene Haus zu holen, anstatt sich teilweise auf BitGo zu stützen, und damit potenziell Einnahmen aus Token zu sichern, die durch Reserveaktiva wie US-Staatsanleihen gedeckt sind. Das Unternehmen gibt an, dass eine mit Donald Trump und Familienmitgliedern verbundene Einheit 38 % hält, während Zach Witkoff – Sohn von Trumps Nahost-Unterhändler – als CEO fungiert und dem Trust-Unternehmen vorsitzt.

Diese Eigentümerstruktur treibt die Kritik von liberaler Seite. Anstatt die Entscheidung als routinemäßigen Regulierungsschritt zu betrachten, argumentieren Kritiker, dass sie die finanziellen Interessen des Präsidenten in ungewöhnlicher Nähe zu Bankeigentum und -aufsicht platziere. „Präsident Trump ist nun der erste Präsident in der Geschichte, der seine eigene Bank genehmigt, betreibt und beaufsichtigt“, sagte Senatorin Elizabeth Warren und nannte dies „den dreistesten Akt der Selbstbereicherung, den unser Finanzsystem je gesehen hat“. Sie hat zum Verkauf der Anteile aufgerufen und plant Gesetzesinitiativen, die es Spitzenbeamten verbieten sollen, Banken zu besitzen oder zu kontrollieren.

In einem Punkt sind sich beide Seiten einig: Die Entscheidung der OCC ist noch nicht endgültig. Sie unterscheiden sich darin, was am wichtigsten ist: Befürworter konzentrieren sich auf die verfahrensrechtlichen Bedingungen und die generelle Offenheit der Aufsicht gegenüber krypto-bezogenen Anträgen, während Kritiker argumentieren, dass keine noch so sorgfältige Überprüfung den grundlegenden Interessenkonflikt beseitigen kann.