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August 15, 2026

Ein belgischer Goldrausch auf der Baustelle wird nun zum juristischen Tauziehen

Ein Student, der einen Abwasserkanal unter einer ehemaligen belgischen Brauerei aushob, entdeckte Gold im Wert von Millionen. Doch der Schatz könnte nach den komplexen Eigentumsgesetzen Belgiens Erben, Auftragnehmern oder einem anderen Anspruchsteller gehören.

Eine routinemäßige Kanalisationsaushebung unter einer ehemaligen belgischen Brauerei hat sich in einen Eigentumsstreit in Millionenhöhe verwandelt, bei dem die Aufregung über einen außergewöhnlichen Fund auf die langsame Maschinerie des belgischen Rechts trifft.

Entdeckt wurde der Schatz von dem 18-jährigen Bauarbeiter Kobe und seinen Kollegen auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei in Sint-Gillis-Dendermonde nordwestlich von Brüssel. Der Hort – Goldmünzen, Nuggets und nummerierte Goldbarren – war in einer Tasche in einer zugemauerten Kellerwand unter der Villa versteckt, die einst dem Brauer Theophilus Van Assche gehörte. Der geschätzte Wert wird mit rund 9 Millionen € oder etwa 10 Millionen $ angegeben.

Für die Arbeiter wirkte der Fund zunächst weit weniger bedeutend. „Zuerst dachte ich, es seien 1-Euro-Münzen“, sagte Kobe, bevor die Gruppe einen Goldbarren freilegte. Später beschrieb er die Entdeckung als „nichts, was man erwartet, wenn man an einem ganz normalen Dienstagmorgen arbeitet“.

Ihre Reaktion steht im Kontrast zu den nun konkurrierenden Interessen rund um den Schatz. Die Arbeiter verständigten sofort die Polizei und die Entwicklungsorganisation CAW Oost-Vlaanderen, anstatt zu versuchen, den Fund zu behalten. CAW-Beamter Geert Hillaert sagte, das Gebäude werde „komplett entkernt“, es blieben nur die Mauern übrig, während die Immobilie in Büros und Wohnungen umgewandelt werde.

Die Behörden haben den Hort in Brüssel sichergestellt, während sie untersuchen, ob er gestohlen wurde oder mit kriminellen Aktivitäten in Verbindung steht. Die Staatsanwaltschaft rechnet mit einem potenziell komplexen Zivilstreit zwischen den Bauunternehmen, CAW und den Nachkommen der Familie Van Assche. Ein ehemaliger Bürgermeister, Piet Buyse, hält die Verbindung zur Familie für plausibel und sagt, das Vermögen sei „mit Sicherheit in der Familie geblieben“ und möglicherweise absichtlich in Gold umgewandelt und versteckt worden.

Das belgische Recht verlangt von Findern, mindestens fünf Jahre zu warten, bis ein Eigentümer sich meldet. Kobes Hoffnung auf „eine Art Finderlohn irgendwann“ bringt die zentrale Spannung auf den Punkt: Die Arbeiter machten die Entdeckung, doch der bloße Besitz dürfte nicht entscheidend dafür sein, wer am Ende profitiert.