Story
August 18, 2026

Kushners Fahrplan für Gaza steckt bei der Frage fest, wer den ersten Schritt macht

Die Gespräche Jared Kushners mit der Hamas und Benjamin Netanjahu legen die zentrale Schwäche des von den USA unterstützten Gaza-Plans offen: Die Hamas muss entwaffnen, doch zugleich wird von Israel erwartet, sich im Verlauf des Prozesses zurückzuziehen.

Der jüngste Versuch der USA, einen Friedensplan für Gaza wiederzubeleben, ist zwischen zwei unvereinbaren Forderungen gefangen: Die Hamas steht unter Druck, ihre Waffen und ihre politische Autorität abzugeben, während von Israel erwartet wird, mit dem Rückzug zu beginnen, sobald die Vereinbarung Gestalt annimmt.

Jared Kushner traf sich am Sonntag in Ägypten mit dem Hamas-Führer Khalil al-Hayya, um konkrete und überprüfbare Schritte zur Umsetzung des 15-Punkte-Fahrplans der Trump-Regierung zu erreichen. Die Tagesordnung umfasst die Aufrechterhaltung der Waffenruhe, die Übertragung der Regierungsverantwortung auf das Nationale Komitee für die Verwaltung von Gaza, den Ausschluss der Hamas von einer künftigen Herrschaft und die Vorbereitung einer internationalen Stabilisierungstruppe.

Die konservative Darstellung präsentiert das Treffen in erster Linie als Test für die Bereitschaft der Hamas, ihre zentrale Verpflichtung zu erfüllen: vollständige Entwaffnung. Sie betont, dass Israel seinen Rückzug an den Nachweis geknüpft hat, dass die Hamas nicht nur schwere Waffen, sondern „alle Waffen“ abgegeben hat, und dass die Entwaffnung echt sein müsse und nicht nur symbolisch. Auch der Leiter des Board of Peace, Nickolay Mladenov, sagte, Israel müsse nicht handeln, bevor nicht „verifizierte Schritte“ vor Ort sichtbar seien.

Die liberale Darstellung zeichnet eine umfassendere Blockade. Sie räumt ein, dass die Hamas ihre Waffen, ihre militärische Infrastruktur und ihre Regierungsrolle aufgeben muss, hebt aber hervor, dass Regionalregierungen Israel die Schuld dafür geben, dass es die im Plan vorgesehene Abfolge ablehnt. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Staaten erklärten, Israel „trage nun die Verantwortung dafür, die“ Umsetzung „zu behindern“, und forderten sofortiges Handeln der USA.

Dieser Kontrast legt den zentralen Widerspruch des Plans offen. Washington beschreibt Entwaffnung und israelischen Rückzug als verknüpfte Schritte, während Netanjahu darauf besteht, dass der Rückzug nicht zuerst beginnen könne. Solange die Vermittler nicht klären, wer sich bewegt – und wann –, bleibt der diplomatische Durchbruch eher ein Fahrplan als ein Abkommen.