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August 23, 2026
Prozess gegen Clancy stellt Wochenbettpsychose gegen die Anklage wegen Vorsatz
Die Verteidigung sagt, Lindsay Clancy sei von einer Wochenbettpsychose getrieben gewesen und habe ihre Handlungen nicht verstehen können, während die Staatsanwaltschaft argumentiert, sie habe absichtlich gehandelt. Die miteinander konkurrierenden psychiatrischen Darstellungen gehen nun an die Jury.
Der Mordprozess gegen Lindsay Clancy nähert sich seiner entscheidenden Phase: Die Geschworenen sollen zwei scharf widersprechende Erklärungen für den Tod ihrer drei Kinder abwägen – einen katastrophalen psychiatrischen Zusammenbruch oder ein vorsätzliches Verbrechen. Die Verteidigung hat ihre Beweisaufnahme abgeschlossen, und für nächste Woche werden die Schlussplädoyers erwartet.
Sachverständige der Verteidigung zeichneten das Bild einer „offen psychotischen“ Clancy, als sie Cora, Dawson und Callan tötete, und argumentierten, dass Wochenbettpsychose, eine bipolare Störung und mögliche Übermedikation sie außerstande gelassen hätten, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Der forensische Psychiater Phillip Resnick sagte aus, sie habe Befehlshalluzinationen erlebt und geglaubt, eine äußere Kraft habe die Kontrolle über ihren Körper übernommen.1 Eine Psychologin, die sie behandelte, sagte zudem, sie sei „nicht in der Lage gewesen, ihr Verhalten an die Rechtsordnung anzupassen.“1
Diese Einordnung spiegelt sich auch in der Schlagzeile des konservativen Mediums wider, die die zentrale Frage so formuliert, ob „postpartum psychosis drove her to kill her kids“.2 Doch die Formulierung der Schlagzeile lässt die nun für die Geschworenen entscheidende Rechtsfrage offen: ob die psychische Erkrankung Clancys strafrechtliche Verantwortlichkeit nach dem Recht von Massachusetts aufgehoben hat.
Die Staatsanwaltschaft hat eine konventionellere Darstellung des Vorsatzes präsentiert. Der Psychiater Avram Mack sagte, Clancy habe an einer schweren depressiven Episode gelitten, aber nach den Tötungen nur wenige Auffälligkeiten gezeigt. Der Staat argumentiert, sie habe rational gehandelt, nachdem sie ihren Ehemann zum Erledigen von Besorgungen geschickt hatte, und sie habe die Fähigkeit behalten, zu verstehen, dass ihr Verhalten falsch war. Nach dem Recht von Massachusetts muss die Staatsanwaltschaft entweder nachweisen, dass sie keine einschlägige psychische Erkrankung hatte, oder dass sie die Strafbarkeit ihres Handelns weiterhin im Wesentlichen verstand und dem Gesetz folgen konnte.1
Der Prozess ist auch zu einer breiteren Debatte über die psychiatrische Versorgung von Müttern geworden. Unterstützer versammelten sich vor dem Gerichtsgebäude, trugen Rosa und Botschaften wie „She Needed Help“, während Kritiker der Darstellung der Verteidigung den Blick auf die verlorenen Leben und die Notwendigkeit rechtlicher Verantwortung richten.1 Ein Freispruch wegen Schuldunfähigkeit würde die Unterbringung in einem staatlichen psychiatrischen Krankenhaus bedeuten, nicht sofortige Freiheit; eine Verurteilung würde lebenslange Haft ohne Bewährung nach sich ziehen.