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Eine festgefahrene Jury bringt Lindsay Clancys Verteidigung und den Richter in Konflikt
Nach sechstägiger Beratung ist Lindsay Clancys Jury weiterhin uneins. Dabei tritt ein scharfer Streit zutage: Verweigert sich ein Geschworener dem Gesetz – oder hält er lediglich an begründeten Zweifeln fest?
Der Mordprozess gegen Lindsay Clancy ist in eine prekäre Sackgasse geraten: Nach sechstägiger Beratung sind die Geschworenen weiterhin uneins, während Verteidigung und Staatsanwaltschaft darüber streiten, ob der Stillstand auf ein Fehlverhalten oder einen legitimen Konflikt über begründete Zweifel zurückzuführen ist.
Die Jury teilte Richter William Sullivan zweimal mit, dass sie kein einstimmiges Urteil erreichen könne. Selbst nachdem er eine sogenannte „Dynamit-Anweisung“ erlassen hatte – eine Anweisung als letztes Mittel, die die Geschworenen aufforderte, weiterzuarbeiten –, wurde die Beratung ohne Ergebnis fortgesetzt.1
Die Verteidigung stellt das Problem als mehr als eine gewöhnliche Meinungsverschiedenheit dar. Anwalt Kevin Reddington sagte, der Obmann habe berichtet, dass ein Geschworener „sich weigert, dem Gesetz zuzuhören“, und bat Sullivan, diesen Geschworenen zu entfernen. Reddington warnte, ein Fehlprozess, der durch jemanden verursacht werde, der „die Anweisungen missachtet“ habe, wäre „eine echte Schande.“2 Später beschrieb er den Geschworenen als jemanden, der Zweifel habe, aber den Anweisungen des Richters nicht folgen werde.
Die Staatsanwaltschaft und der Richter vertraten die gegenteilige Ansicht. Staatsanwältin Jennifer Sprague argumentierte, das Gericht habe keine verlässliche Möglichkeit festzustellen, welche Geschworenen die vertraulichen Beratungen zutreffend schilderten. Sullivan lehnte ein Eingreifen ab und sagte, er könne sich „bei den Beratungen nicht auf die eine oder die andere Seite stellen.“2
Diese Unterscheidung – zwischen der Weigerung, zu beraten, und der Weigerung, sich zu einigen – bestimmt die rechtliche Spannung. Ein Geschworener darf das Gesetz nicht außer Acht lassen, doch die Entfernung eines Geschworenen aufgrund der Anschuldigungen seiner Kollegen könnte das Gremium zu einem Urteil drängen. Die Rechtsexpertin Jennifer Roman nannte dies eine „sehr schwierige Lage“ und warnte, dass das Herausgreifen eines einzelnen Geschworenen die Grenze zum Zwang überschreiten könnte.2
Die konkurrierenden Darstellungen des Falls bleiben deutlich. Die Staatsanwaltschaft sagt, Clancy habe die Tötungen geplant und zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können; die Verteidigung argumentiert, dass Wochenbettpsychose und Medikamente dazu geführt hätten, dass sie strafrechtlich nicht verantwortlich sei. Der außenstehende Beobachter David Yannetti verglich das Warten mit „Folter“, lobte jedoch Reddingtons Umgang mit einem Fall, der „eine schreckliche Reihe von Tatsachen“ beinhalte.3 Die Geschworenen sollen zu einem siebten Tag zurückkehren; es gibt keinen klaren Hinweis darauf, dass ein Konsens näher rückt.