Story
September 19, 2026
Der F-35-Deal zwingt Washington, sich zwischen der Golfverteidigung und US-Geheimnissen zu entscheiden
Der geplante Verkauf von F-35-Kampfjets im Wert von 24,3 Milliarden US-Dollar an Saudi-Arabien wird als Reaktion auf die Bedrohung durch die Huthi dargestellt. Kritiker sagen jedoch, dass der Zugang Riads Amerikas sensibelste Technologie offenlegen und die Schutzmechanismen des Kongresses untergraben könnte.
Der von Washington geplante Verkauf von fast 50 F-35-Kampfjets an Saudi-Arabien hat eine regionale Sicherheitskrise in einen Test dafür verwandelt, wie weit die Vereinigten Staaten bereit sind, ihre fortschrittlichste Militärtechnologie weiterzugeben.
Das 24,3 Milliarden US-Dollar schwere Paket würde Riad mit 48 F-35 Lightning II, 49 Pratt-&-Whitney-F135-Triebwerken, sicheren Kommunikationssystemen, Präzisionsnavigationstechnik und Software ausstatten.1 Befürworter stellen das Abkommen als praktische Reaktion auf die wachsenden Bedrohungen durch die vom Iran unterstützten Huthi dar, darunter Angriffe auf saudische Ziele und Versuche, die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Bab al-Mandab zu erlangen.
Die Argumentation der Regierung ist sowohl militärischer als auch geopolitischer Natur. Das Außenministerium erklärte, der Verkauf werde durch die Stärkung eines wichtigen Verbündeten außerhalb der NATO und die Förderung der Stabilität am Golf „die außen- und sicherheitspolitischen Ziele der Vereinigten Staaten unterstützen“.1 Das Abkommen würde außerdem die Verteidigungskooperation mit Saudi-Arabien vertiefen, das Washington im Januar als wichtigen Verbündeten außerhalb der NATO eingestuft hat – ein Status, der die Sicherheitszusammenarbeit ausweitet, aber keine US-Militärintervention garantiert.2
Kritiker sehen die Risiken jedoch als weit über das Schlachtfeld hinausgehend. Der Abgeordnete Raja Krishnamoorthi warnte, das Abkommen könne „die Kronjuwelen der amerikanischen Militärtechnologie in Reichweite der Kommunistischen Partei Chinas“ bringen, und verwies auf Bedenken hinsichtlich der Verbindungen Riads sowie auf die Möglichkeit, dass sensible Systeme kompromittiert werden könnten.1 Er argumentierte, Washington solle seine fortschrittlichsten Flugzeuge nicht dorthin verkaufen, wo Peking Zugang zu der Technologie erlangen könnte.
Die Regierung betont, der Verkauf werde „das militärische Gleichgewicht in der Region nicht verändern“ – eine Zusicherung, die mit der langjährigen Verpflichtung der USA zum Erhalt des qualitativen militärischen Vorsprungs Israels verbunden ist.1 Doch der Prüfprozess im Kongress wird entscheiden, ob dieses Versprechen ausreicht. Die Abgeordneten haben 30 Tage Zeit, den Vorschlag zu prüfen oder zu blockieren. Dabei verleihen Saudi-Arabiens Menschenrechtsbilanz, die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 und Präsident Trumps enge Beziehung zu Kronprinz Mohammed bin Salman der Debatte zusätzliches politisches Gewicht.
Beide Seiten berufen sich auf die regionale Stabilität. Ihr Streit dreht sich um die Frage, was sie stärker bedroht: ein unzureichend bewaffneter saudischer Partner – oder die unumkehrbare Verbreitung der sensibelsten Verteidigungsfähigkeiten Amerikas.