Story
September 19, 2026
Buffetts Rückzug prüft, ob Berkshire über seinen ikonischen Gründer hinaus erfolgreich sein kann
Warren Buffett gibt nach mehr als fünf Jahrzehnten den Vorsitz von Berkshire Hathaway ab und vollzieht damit eine sorgfältig geplante Nachfolgeregelung. Der Schritt beruhigt die Anleger, unterstreicht aber zugleich, wie stark die Identität des Unternehmens von einem einzigen Mann geprägt worden ist.
Warren Buffetts Rücktritt als Vorsitzender von Berkshire Hathaway markiert das formelle Ende einer Ära – aber noch nicht das Ende seines Einflusses. Mit 96 Jahren tritt der legendäre Investor in den Hintergrund, gerade als der Konzern vor der schwierigeren Prüfung steht, zu beweisen, dass er auch ohne seine tägliche Autorität erfolgreich sein kann.
Buffett wird zum Ehrenvorsitzenden und Mitglied des Verwaltungsrats von Berkshire bleiben, während sein Sohn Howard Buffett den Vorsitz übernimmt. Greg Abel, der nach Buffetts Rücktritt als CEO dessen Rolle als Vorstandsvorsitzender übernommen hat, wird das Unternehmen weiterhin führen. Buffett stellte den Übergang als geordnet und nicht dringlich dar. Er schrieb, dass „Vater Zeit immer gewinnt“, ihm aber die Möglichkeit gegeben worden sei, Berkshire an einen Punkt zu führen, an dem er von dessen Zukunft überzeugt sei.1
Diese Darstellung steht im Gegensatz zur aufmerksamkeitsstärkeren Betonung der konservativen Quelle, die hervorhebt, dass Buffett eine Position verlässt, die er seit 1970 innehat.2 Der Unterschied ist aufschlussreich: Die eine Perspektive betont institutionelle Kontinuität und Nachfolgeplanung; die andere rückt die außergewöhnliche Dauer – und das symbolische Gewicht – von Buffetts Amtszeit in den Vordergrund.
Die Bilanz des Unternehmens gibt den Anlegern Grund zur Zuversicht. Die Aktien von Berkshire legten von 1965 bis 2024 um mehr als 5.500.000 % zu, und das Unternehmen wurde zum ersten Nicht-Technologieunternehmen mit einer Bewertung von über 1 Billion US-Dollar. Seine Zukunft stellt Berkshire jedoch vor eine weniger eindeutige Herausforderung. Die enorme Größe des Unternehmens hat es schwieriger gemacht, große Übernahmeziele zu finden, während Abel das dezentrale Modell bewahren muss, das Buffett zum Kern der Unternehmenskultur gemacht hat.
Buffetts Entscheidung scheint darauf ausgelegt zu sein, den Schock eines späteren vollständigen Rückzugs zu verringern. Die in der Berichterstattung zitierten Analysten beschrieben einen über Jahre aufgebauten Nachfolgeprozess, der nicht erst in einer Krise eingeleitet wurde. Buffett sagte, Abel treffe bereits die folgenreichen Entscheidungen und er habe über diese nicht „zweimal nachdenken“ müssen.1 Die Regelung bietet Kontinuität – macht aber auch deutlich, dass Berkshires nächstes Kapitel an einem ungewöhnlich persönlichen Vermächtnis gemessen werden wird.