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Oktober 2, 2026
Cornell-Vergewaltigungsfall wird neu aufgerollt, da widersprüchliche Darstellungen Mängel der ursprünglichen Ermittlungen offenlegen
New York hat Generalstaatsanwältin Letitia James mit einer unabhängigen Prüfung der Vorwürfe eines Übergriffs an der Cornell University im Jahr 2024 beauftragt, nachdem widersprüchliche Darstellungen und unvollständige Ermittlungsunterlagen das Vertrauen in die lokale Bearbeitung des Falls erschüttert hatten.
New Yorks Entscheidung, die Ermittlungen zum sexuellen Übergriff an der Cornell University wieder aufzunehmen, spiegelt einen Fall wider, der nicht nur durch schwerwiegende Vorwürfe geprägt ist, sondern auch durch widersprüchliche Darstellungen darüber, was die Ermittler erfahren hatten – und was sie nicht überprüft hatten.
Die ehemalige Studentin Jane Doe gibt an, im Oktober 2024 unter Drogen gesetzt und von mehreren Mitgliedern einer Studentenverbindung sexuell angegriffen worden zu sein. Ihre Zivilklage beschreibt eine Nacht, die sich über Stunden hinzog und eine Nachricht in einem Gruppenchat der Studentenverbindung enthielt, die nahelegte, dass eine Frau für Sex zur Verfügung stehe. Neu untersuchte Unterlagen aus dem Rahmen von Title IX zeigen, dass sie den Ermittlern sagte, sie habe sich „buchstäblich in die Enge getrieben“ gefühlt und sei „wie eine Sex-Puppe“ behandelt worden.1
Die örtlichen strafrechtlichen Ermittlungen kamen zunächst zu einem deutlich anderen Ergebnis. Der Bezirksstaatsanwalt des Tompkins County, Matthew Van Houten, sagte, die seiner Behörde vorgelegte Aussage stelle Drogenkonsum und sexuelle Aktivitäten als „freiwillig, bei vollem Bewusstsein und einvernehmlich“ dar und enthalte keine Behauptung, Doe sei gegen ihren Willen unter Drogen gesetzt oder von mehreren Männern vergewaltigt worden.2 CBS News berichtete jedoch, dass Van Houten nicht das vollständige Protokoll von Does zweitägiger polizeilicher Befragung erhalten habe – sondern nur eine sechsseitige Zusammenfassung. Damit blieb die zentrale Frage offen, ob die Staatsanwaltschaft über die vollständige Darstellung verfügte, bevor sie von einer Anklage absah.3
Der Streit erstreckt sich auch auf Cornells disziplinarische Reaktion. Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez sagte, die Universität habe zwei Studenten verwiesen, während sie anderen das Schreiben von Aufsätzen auferlegt habe, und bezeichnete den Fall als Beleg für eine umfassendere „Vergewaltigungskultur“ an Eliteinstitutionen. Cornell bezeichnete diese Darstellung als falsch und erklärte, die Sanktionen hätten Verweise und Suspendierungen umfasst und das Kapitel der Studentenverbindung sei geschlossen worden.4
Beide Seiten unterstützen nun eine erneute Prüfung, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Does Vorwürfe und die unvollständige Aktenlage haben Forderungen nach Rechenschaft befeuert; die Anwälte der beschuldigten Studenten weisen ein Fehlverhalten zurück, wobei einer erklärte, sein Mandant habe keinen sexuellen Kontakt mit ihr gehabt. Die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, ernannte Generalstaatsanwältin Letitia James zur Sonderstaatsanwältin und erklärte, der Fall müsse „ohne Interessenkonflikt oder Befangenheit“ untersucht werden.5 Die erneuten Ermittlungen könnten die Fakten klären – zugleich unterstreichen sie jedoch, wie stark das ursprüngliche Verfahren inzwischen umstritten ist.